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Im Winter 2001 hörte ich von einer Bekannten *winkzumichaela*, daß eine Traberstute namens Casa zu verkaufen sei. Ebenfalls ein Traberwallach namens Heido, den Michaela sich damals aber selber kaufte. Diese beiden Pferde gehörten einem älteren Herrn, der sie zu Hause hielt, gelegentlich Kutsche mit den beiden fuhr oder Kinder drauf reiten ließ. Er selbst zog sich, wenn ich mich recht entsinne, aus der Landwirtschaft zurück und verpachtete seine Wiesen, so dass kein/kaum Auslauf mehr für die Pferde zur Verfügung stand. Kurzum: Die Pferde mussten weg und zwar ziemlich schnell.
Traber-vorgeschädigt durch unseren Männi damals (mein Standard-Zitat: „Niemals wieder einen Traber!“ oder „Traber – um Gottes Willen…“) interessierte mich also die Traberstute (die ich vorab mal bei einem IG-Ausritt gesehen hatte) herzlich wenig. Und ich veröffentlichte mehrmals für Michaela in unseren Vereinsrundschreiben die Kleinanzeige mit der schwierigen Suche nach einem neuen Besitzer…. das ging so über 2 – 3 Monate.
An einem Stammtisch dann saß ich zufällig neben Michaela und sie erzählte wieder von Casa in den höchsten Tönen, wie nett sie doch wär - was mich immer noch nicht juckte. Als sie aber plötzlich sagte: „Die läuft immer so komisch!“ gingen bei mir alle Alarmglocken an. Ein Tölter??? Michaela war sich nicht sicher und schon war für den nächsten Tag ein Besuch bei Casa organisiert, Michaela sollte sie mir mal vorreiten.
Gesagt, getan. Es war an diesem Tag absolutes SAUWETTER!!!! Sturm, Regen, einfach eklig. Zu diesem Zeitpunkt war der Stand – wenn ich mich recht erinnere – dass nur noch ein Mini-Auslauf für die Pferde vorhanden war und diese kaum noch raus kamen. Außerdem könnten sie ja bei Regen krank werden. ;-) Zu deutsch: Die Pferde standen schon seit Monaten größtenteils in den Boxen und gerade Casa wurde mindestens ebenso lange nicht mehr geritten.
Casa wurde aus der Box geholt und gesattelt. Michaela setzte sich drauf und ritt alleine vom Hof. Das die zwei vom Sturm nicht weggeflogen sind war alles. Das zeigte mir aber ganz deutlich, dass Casa „klar im Kopf“ war. Solange gestanden und dann bei DIESEM Wetter alleine unterwegs….. cooles Pferdchen. Hut ab! Dann der Asphaltweg. Ich bat Michaela darum, mal eeeeeeeeeeeeetwas schneller als Schritt zu reiten – nur ein bisschen… und da war es dann: tock-tock-tock-tock…. Casa töltete ein paar Meter die Straße lang. „Ok, Michaela, reicht mir schon. Ich kauf sie!“ Michaela freute sich wie ein Honigkuchenpferd und ich musste nun den Besitzer überzeugen, dass ICH die nun garantiert richtige Besitzerin für das Pferd bin. Denn gerade ein oder zwei Tage vorher interessierte sich noch eine Frau für Casa…. und der Besitzer von Casa war dieser Frau bereits sehr zugetan. Houston – wir haben ein Problem!!!! 
1 – 2 Tage vergingen. Da die andere Frau leider eher da war, sollte sie nun die Casa kriegen. Michaela tat, was sie konnte, um den Besitzer davon zu überzeugen, MIR das Pferd zu geben.
Der Besitzer hat was gegen Offenställe. Weil, die machen Pferde nämlich krank. ;-) Deswegen wollte er gucken, wo das Pferd hinkommt. Er schaute sich nun den Stall von der anderen Frau an, der - Michaela’s Überlieferungen nach - wohl aus 2 normalen Pferdeboxen bestand, deren Türen immer offen standen. Davor war ein Auslauf. Und es waren wohl mehr Pferde als Boxen da und wenn ich mich recht erinnere, sogar noch ein Hengst?? Und was, wenn ein Pferd in eine Box läuft und ein Ranghöheres hinterher? Ich möchte lieber nicht darüber nachdenken. Der Casa-Besitzer dachte wohl ähnliches, während er mit Michaela zusammen diesen Stall begutachtete.
Noch auf der Rückfahrt von dort klingelte mein Handy. Dran war Michaela, wo ich gerade sei und ob sie sofort mal eben meinen Stall gucken könnten. Ohaaaa!! Mein Einsatz!! Zum Glück hatte ich gerade Zeit. In Windeseile machte ich aus einem meiner Offenställe eine Paddockbox, ließ den Plastikvorhang, der meistens beiseite geschoben hängt, herunter, damit das ganze schön „ZU“ aussieht…. und dann waren die zwei auch schon da. Ich präsentierte meine große Paddockbox, erwähnte NIENIEMALSNICHT den Namen Offenstall dafür, durch den Plastikvorhang sah alles schön dicht aus und schon bekam ich den Zuschlag für das Pferd, für etwas mehr wie den Schlachtpreis.
In 14 Tagen sollte dann die Übergabe des Pferdes sein, weil Michaela noch auf eine freie Box in einem Pensionsstall wartete. Solange mussten die Pferde dort noch ausharren…. 2 Tage später ein Anruf. Casa hätte einen Nageltritt. Ca. 4 cm Nagel seien in dem Huf gewesen und nun würde sie einige Tage einen Verband tragen müssen…. für mich der blanke Horror. Ich hoffte und bangte, dass das ganze keinen Schaden davontragen würde…. Glück gehabt, bis zum geplanten Tag der Abholung war die Hufverletzung soweit auskuriert, dass ich das Pferd bedenkenlos mitnehmen konnte. Casa wurde zu Duffy, die wieder mal als Begleitpferd herhalten musste, in den Hänger gestellt und ab ging die Fahrt mit meinem erste n eigenen Tölter in die neue Heimat.
Zu dieser Zeit war schon festgelegt, dass Cally uns bald verlassen würde. Casa wurde nun als „Ersatz“ für Cally gesehen, was natürlich „hirnrissig“ ist (3 Pferde für einen Menschen), aber Casa hat durch den „Sturmritt“ und das dadurch gezeigte, unkomplizierte und erfahrene Verhalten gezeigt, dass sie – im Gegensatz zu Cally - kein Pferd ist, die gearbeitet werden MUSS. Und da ich irgendwann in diesem Leben mal einen Tölter haben wollte, habe ich bei Casa zu diesem Spottpreis zugegriffen. Das war eigentlich der einzige Grund des Kaufes (Tölter und günstig). Denn: EIGENTLICH suchte ich einen Wallach! Zum Spielen für Billy.
Ich sicherte mir noch bei Michaela und dem Besitzer zu, dass - falls ich aus irgendeinem Grund mit Casa NICHT klarkommen sollte … (ich hab ja nicht mal Probe geritten)… - ich in Ruhe (!) nach einem vernünftigen Besitzer weiter suchen und Casa dann verkaufen würde. Soweit kam es aber nicht, da Casa es mit ihrer sensiblen und zurückhaltenden Art innerhalb von 3 Wochen geschafft hat, sich dermaßen einzuschleimen, dass an einen Weiterverkauf gar nicht mehr zu denken war und ist. Und geritten habe ich sie zum ersten Mal, glaube ich, erst ein halbes Jahr bis dreiviertel Jahr nach dem Kauf… ;-)
Im August 2002 verkaufte ich dann Cally, somit blieben mir die 3 Pferde Duffy, Billy und Casa. Aufgrund Duffys halbseitiger Blindheit und Billys kaloriensparendem Gangwerk wurde Casa zu meinem Wanderreitpferd (für die richtig großen Touren) auserkoren, zumal sie das einzige Pferd ist, welches ich rundum beschlagen lassen kann (und möchte). 
Ebenso entdeckte ich im Laufe der Zeit den Spaß am Kutschefahren, da Casa von dem Vorbesitzer oft gefahren wurde, ist sie ein super zuverlässiges Kutschpferd. Einige Distanzen habe ich mit ihr auch schon gemacht und ansonsten nehm’ ich sie zum Reiten, wenn ich einfach mal was flotter im Gelände unterwegs sein möchte.
Gelegentlich kommt der Ex-Besitzer vorbei und schaut nach Casa. Demnächst werde ich ihn mal zu einer Kutschfahrt einladen.
Also… ich möchte sie nicht mehr missen.
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