|
Ich begab mich also weiter auf die Suche nach einem eigenen Pferd. Dabei traf ich zufällig bei einer Familie in Viersen einen wirklich schönen Traber, mit Keilstern und Doppelmähne, der zum Verkauf stand. Er war mir aber viel zu groß, Stockmaß über 1,70…
Als ich abends nach Hause kam und berichtete, sagte mein Mann Ralf nur: „Den will ich haben“, ohne ihn gesehen zu haben… unvernünftig wie wir waren, fuhren wir am nächsten Tag hin, setzten uns jeder ein Mal drauf und kauften ihn. Richtig Probereiten ging nicht, da der Traber, Männi, so lange Hufe hatte, dass er kaum Laufen konnte und über seine eigenen Füße fiel, richtiges Probereiten war also nicht möglich.
So hatte also mein Mann, der bis dahin nicht reiten konnte, eher ein Pferd als ich. Dazu noch einen Traber, also ein Rennpferd (damals waren wir uns über die mit Trabern verbundenen „Probleme“ noch nicht bewusst).
Ca. 1 Monat später fand ich dann auch meine jetzige Duffy. Aber hierzu liest Du dann bitte auf ihrer Seite. :-)
Mein Mann lernte auf Männi ganz schnell reiten, besser gesagt, oben bleiben. Allerdings ging fast nur Schritt und Jagdgalopp, zu was anderes war Männi kaum fähig (oder produzierte Gangsalat). Heute weiß ich natürlich, was der Gangsalat bedeutet… ;-)
Ralf unternahm mit Männi (und ich natürlich oft mit Duffy dabei), viele Ausritte in die nähere und weitere Umgebung. Jedoch meistens nur im Schritt, oder, wenn’s halt schneller gehen durfte, konnte Ralf den Männi kaum halten, der Bremsweg alleine betrug schon 200 Meter. *grusel*
Fakt war: Dieses Pferd war nicht Anfänger-geeignet, zu dieser Erkenntnis sind wir dann ganz schnell gekommen, als Männi auch noch anfing, in hohem Tempo Haken zu schlagen und er einmal meinen Mann derbe vor einen Baum setze.
Da ich noch nicht Witwe werden wollte zu dem Zeitpunkt und ich selber überhaupt kein Interesse an Männi hatte, beschlossen wir den Verkauf, um uns dann anschließend auf die Suche nach einem anfänger-geeigneten Pferd zu machen.
Zwischenzeitlich wechselten wir den Pensionsstall. Die Pferde zogen von dem Bauern in Oberhausen-Holten zu einem älteren Herrn in Oberhausen-Buschhausen, was sich erst später als ganz schlechte Entscheidung herausstellte, aufgrund miserabler Futterqualität etc.
Der Verkauf gestaltete sich besonders schwierig. Es war nicht einfach, Männi zu verkaufen. Auch meine Preisvorstellung (etwas mehr als der damals „übliche“ Traber-Preis) war ein Punkt, von dem ich nicht unbedingt abkommen wollte.
Es meldeten sich kaum bis keine Interessenten für ihn, das ließ uns fast verzweifeln.
Einmal war ein Interessent mit seiner Frau da, der sagte, er könne Reiten. Das Probereiten endete damit, dass Männi auf dem Reitplatz im Jagdgalopp mit dem Herrn drauf seine Runden drehte, dieser natürlich völlig die Kontrolle verlor und sich am Hals festkrallte, das Pferd dann noch unkontrollierter wurde (Was passiert da oben??) und wir uns dann so schnell wie möglich mit 3 Mann dem Pferd in den Weg schmissen. Der Mann wurde von Männi so noch mal deutlich über seine wirklichen Reitkünste in Kenntnis gesetzt. Natürlich kaufte er ihn nicht, was natürlich besser war, für das Pferd und für ihn.
Irgendwann meldete sich auf meine Zeitungsanzeige wieder ein Interessent, ein Verleihstallbesitzer. Mich gruselte es natürlich bei dem Gedanken, aber trotzdem ließen wir den Herrn kommen und stellten ihm Männi vor. Er konnte auch gar nicht reiten *wiepraktisch*. Da er einen sehr netten Eindruck machte und er seine Pferde NUR mit „Aufpasser“ ins Gelände schickt, die Pferde ansonsten den ganzen Tag draußen waren und nachts einen tollen Stall hatten (wir haben kontrolliert), beschlossen wir, Männi dort hin zu geben (sogar zu „meinem“ Preis).
Der Mann meinte, er bräuchte nicht Probereiten, denn wenn mein Mann den Männi ja zu seinem neuen Zuhause reiten würde (immerhin ein Tagesritt), würde das ja „Beweis“ genug sein, dass das Pferd reitbar und straßensicher sei.
Gesagt getan. Am entsprechenden Tag trat Ralf alleine mit Männi seinen letzten, traurigen Ritt in Oberhausen-Buschhausen an und er endete irgendwo am Rande von Dinslaken/Kirchhellen.
Männi hatten wir insgesamt nicht lange, vielleicht 1 – höchstens 1,5 Jahre.
Für meinen Mann begann nun die Suche nach einem passenden, gemütlichen Anfänger-Pferd, so kamen wir an Monty.
Was aus Männi wurde?
Wir besuchten Männi ca. 3 Wochen nach dem Verkauf. Ihm ging es blendend und ich muß gestehen, Männi sah körperlich besser aus wie „bei uns“. (Wir hatten zu der Zeit, wo wir Männi noch hatten, einen ganz miesen Pensions-Stall mit miserabler Futterqualität, an dem wir aus diesem Grunde auch nur ganz kurz blieben.) Der Mann sagte, wie toll Männi sich doch eingelebt hatte etc. und wir waren letztendlich super zufrieden mit unserer Entscheidung.
Dann besuchten wir Männi ca. 4 – 5 Monate später noch einmal. Als der Mann uns nur sah, sprudelte es nur so aus ihm raus….. was wir ihm da für ein Pferd verkauft hätten (!) …. den könne er doch nicht im Verleih einsetzen (!) …. er hätte jetzt wohl lediglich 2 oder 3 feste Reitbeteiligungen auf ihm laufen (!) … da der Mann nur am schreien war, haben wir uns ganz schnell aus dem Staub gemacht und nie wieder was von ihm gehört.
Du vielleicht? Würd mich um Info, was aus ihm geworden ist, freuen.
2008: *** Unglaublich aber wahr!!!! ***
Aufgrund meiner HP hier hat sich schon vor Monaten eine Dame gemeldet, die mir mitgeteilt hat, daß sie Männi kennt, daß er noch lebt und das es ihm dem Alter entsprechend gut geht. Wenn ich es endlich mal auf die Kette bekomme, werde ich ihn hoffentlich noch einmal lebend sehen. Er gehört wohl einem Mann, der ihn aber nicht mehr reitet.
|