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Nachdem wir uns ca. 1993 von Männi, Ralfs Traberwallach, getrennt haben, weil Pferd und Reiter einfach nicht zusammen paßten, gingen wir wieder auf Pferdesuche. Durch Zufall erfuhr ich, dass eine damalige Arbeitskollegin ihren Haflingerwallach Monty aus persönlichen Gründen verkaufen wollte. Wir schauten ihn an und waren begeistert. Monty war genau das, was wir gesucht hatten, gemütlich und sicher im Gelände, auf dem Platz eher faul, aber das machte Ralf nichts aus, da er sowieso ein Geländereiter ist. Schnell war er gekauft…. und zu Duffy in einen Pensionsstall in Dinslaken-Hiesfeld gestellt.
Ralf und ich ritten viel mit unseren Pferden aus, machten Tages- und Wochenendritte, alles passte super (auch wenn Ralf ab diesem Tag im Gelände im Galopp immer hinten war ;-) ).
Nach und nach hatte leider Ralf immer weniger Lust, zum Pferd (ca. 11 km mit dem Auto eine Entfernung) zu fahren. Ihn nervte die Verpflichtung, jeden Tag zum Stall zu müssen und dort die Arbeit zu erledigen (Selbstversorger). So kam ich dann an unsere erste Reitbeteiligung für Monty. Sollte er doch zumindest an 2 – 3 festen Tagen in der Woche bewegt werden. Ich weiß nicht mehr wie das Mädchen (also die RB) hieß, aber eine Anekdote werde ich wohl nie vergessen:
Monty war ein typischer Haflinger. Stinkefaul und stur, wenn es um seinen Willen geht, dazu hoch intelligent. Eine für Anfänger komplizierte Mischung… ;-) Aber immer ehrlich und brav im Umgang, ich habe Kinder auf ihm reiten lassen.
Die Reitbeteiligung erzählte mir aber immer öfter, dass sie Probleme habe, Monty von der Wiese zu holen. Er würde immer mitten auf der Straße stehen bleiben. (Die Wiese ist damals ca. 200 Meter vom Stall entfernt gewesen.) Ich wollte das nicht glauben, eines Tages machten wir also aus, dass ich mich hinter einem Busch verstecken würde, um mir das Schauspiel mal anzusehen. Gesagt getan. RB ging zur Wiese, ich hinter einen Busch. Sie holte ihn von der Wiese runter und mitten auf der Straße blieb Monty stehen. Es half weder Schieben, Drücken, Ziehen, Schimpfen, Gerte…. er stand wie eine Statue. Ich konnte das kaum glauben, ich kannte so was gar nicht von ihm. Hilflos stand die RB dort und blickte in meine Richtung. Ich bin dann hin…. ich habe nichts gesagt, nur den Führstrick in die Hand genommen (nicht mal dran geruckt, nichts) und er setze sich in Bewegung und lief los. Ich habe mich kaputt gelacht, so ein schlauer Fuchs. Die RB blieb nicht lange, weil Monty sich immer mehr Mätzchen mit ihr überlegte.
Meine nächste RB *winkzumicky.s* war dann konsequenter und sie kam super mit Monty zurecht. Soweit war dann alles auch im grünen Bereich.
Tja, bis mein Mann dann NOCH weniger Lust hatte zum Stall zu fahren (d. h. vielleicht alle 14 Tage mal) und ich schon überlegte, eine zweite Reitbeteiligung anzuschaffen…… da beschlossen wir dann gemeinsam, dass es keinen Sinn machen würde, Monty nur für Reitbeteiligungen zu halten.
Ich konnte Monty zwar sehr gut leiden, hatte aber meine Duffy zum Reiten und keinen Bedarf an einem zweiten Reitpferd. So gingen wir auf die Suche nach einem neuen Besitzer…. es fiel mir aber sehr schwer.
Schnell wurde eine Interessentin für ihn gefunden, eine nette Frau aus Mülheim ritt ihn auf dem Platz Probe und unterschrieb den Vertrag. Einige Tage später wurde Monty abgeholt zu einem Stall nach Mülheim-Winkhausen. Das war ca. im August 1994. Ich heulte wie ein Schlosshund, aber ich hielt diese Entscheidung zu dem Zeitpunkt für das Beste fürs Pferd.
Was aus Monty wurde?
Ca. 3 Wochen nach dem Verkauf besuchten wir ihn. Der neue Stall selber war zwar nicht der Hit (normale Boxenhaltung), aber es standen große Wiesen und Ausläufe zur Verfügung. Die Besitzerin war zum Zeitpunkt unseres Spontanbesuches nicht anwesend aber Monty trafen wir auf einem Sandplatz (alleine) an und begrüßten ihn. Er sah sehr gut aus. Ich werde aber nie nie nie seinen Blick vergessen, den er mir dort zuwarf. Es war wie ein: „Wie konntet Ihr das tun, warum habt Ihr mich verkauft…?“ Den werde ich nie vergessen und mir schossen auch sofort wieder, als ich ihn sah, die Tränen in die Augen. Eine Einstallerin des Hofes, die wir trafen, meinte, es wäre alles ok mit Monty und seiner neuen Besitzerin. Wir sind dann ganz schnell wieder gefahren. Es tat so weh… auch wie er uns hinterher guckte….
Ca. ein halbes Jahr später fuhren wir wieder zu dem Stall um nach Monty zu sehen. Neee, einen Monty würde es dort nicht mehr geben, der sei als UNREITBAR (!) an einen Mann verkauft worden, der Kutsche fahren wollte. Monty hätte wohl nur noch jeden (Besitzerin, Reitbeteiligungen etc.) in den Sand gebuckelt, niemand blieb oben. Auch den Schmied hätte er zu Brei verarbeitet….
???????
Wir wollten kaum glauben, was uns erzählt wurde. Was war geschehen? Wir werden es wohl nie erfahren.
Mich würde unheimlich interessieren, was aus Monty geworden ist? Falls Ihr ihn kennt, würde ich mich über eine Mitteilung freuen.
Was mich jedoch bis heute plagt ist: WENN wir zu dem Zeitpunkt des Verkaufes gewusst hätten, dass wir nur ca. 3 Monate später in unser Haus mit Offenstall nach Geldern ziehen würden, hätten wir ihn NIENIEMALSNICHT verkauft!!!!!!!!
Aber es ist ja alles im Leben für was gut, hab ich gelernt….
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