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Ohne sein Team ist man ein Nichts….
…. das bemerkte ich mal wieder in aller Deutlichkeit
am 03.10.2005 auf der Rallye des Reitervereins Wanderfalke in Hünxe-Drevenack
Jedes Jahr eine neue Idee, so stand dieses Jahr das Thema Märchen auf dem Programm. Die Streckenposten waren sehr hübsch und liebevoll als Märchenfiguren verkleidet und (fast) sämtliche Aufgaben/Spiele und Fragebögen gingen rund um das Thema Märchen. Richtig nette Idee.
Aber ich fang mal von vorne an:
Auch wenn ich NULL Plan von Märchen habe…… was solls. Ich packte meine olle Schnepfe Duffy ein und wollte mir auf der Rallye nett mit den anderen Mädels (Kerstin (kurzfristig für Yvonne eingesprungen), Katja und Heike) den Tag vertreiben.
Wir gingen also pünktlich um 13.20 Uhr an den Start. Erste Prüfungsaufgabe war Tischleindeckdich zu Pferd. Ich zog auch gleich die Ar… äh „Du-Darfst-und-die-anderen-haben-Pause-Karte“ und ich sollte nun mit Duffy einen Tisch decken. D. h. auf einem Reitplatz standen 2 runde Tische, auf dem einen lag nix (der sollte gedeckt werden) und auf dem anderen standen ganz viele Gegenstände wie Gläser, Teller, Tischdecke, Blumen, Vase etc. drauf. Es ging nun darum, auf Zeit die Gegenstände von dem einen auf den anderen Tisch zu transportieren. Nun ja, WENN man denn überhaupt an die Tische rangekommen wäre. Blitzartig entschied sich Duffy (seit ca. 6 Jahren halbseitig blind und bis auf eine Ausnahme ebenso lange an keiner Rallye mehr teilgenommen), dass sie auf gar keinen Fall „ihren“ Pirat verlassen könne, um zu diesen Tischen zu gehen. Da es sich hier eher um ein Angst-, nicht um ein Dominanzproblem handelte, war ich recht hilflos und war kaum instande, noch geradeaus zu reiten. Druck machen ging auch nicht, denn sonst wär sie gestiegen (und das hatte ich ihr eigentlich 1993 abgewöhnt, weil das immer bis fast vorm Überschlag geht und natürlich zu gefährlich). So diskutierten wir also in der kurzen Zeit mehr über die Richtung, als das wir irgendwelche Gegenstände hin und her trugen. Ganze 3 oder 4 Teile schafften wir und ergatterten schlappe 4 Punkte. Ich war stinkig! Die Rallye war für mich erstmal gelaufen, weil ich so eine Kleberei nicht „gewohnt“ bin.
Meine Mitreiterinnen übernahmen die Unterlagen und wir ritten nach dieser Blamage los und ich schmollte und schimpfte und grummelte erstmal mit meinem Pferd herum. Bis wir bemerkten, dass wir es tatsächlich geschafft haben, uns in den ersten 300 Metern zu verreiten. Ich nahm dann mal die Karte an mich, denn wenigstens heil nach Hause bringen wollte ICH uns dann…. sozusagen als Wiedergutmachung.
Die ausgesuchten Rallye-Wege in Hünxe sind nicht der Hit, aber durchaus ok. Bisschen Wald, bisschen Landschaft, bisschen Asphalt. Von allem Etwas. In der Regel von Barhufern zu schaffen.
An Streckenposten 2 erwartete uns erst einmal ein Stau von einigen Pferdegruppen, was natürlich nicht so toll war. Das Wetter (welches ich natürlich von Geldern mitgebracht habe) war aber recht warm und sonnig, da machte das Warten nicht so viel aus.
Hier sollten nun diverse Sachen wie z. B. Stiefel etc., die auf einem Tisch lagen, Märchen zugeordnet werden. Auf einem Feld standen hierfür weit entfernt Pfähle, an denen Schilder mit Märchennamen hingen, davor standen Eimer, in denen die Dinge vom Tisch hineingeworfen werden mussten. Diesmal zogen Heike und Katja die „Du-darfst“-Karten und die zwei düsten ständig vom Tisch zu den Schildern/Eimern und sortierten die Dinge in Windeseile zu. Super gemacht. Im Anschluß gab es einen Fragebogen zum Thema Märchen, den Kerstin FAST allein beantwortete…. unglaublich, was die alles wusste. Hut ab!
An Streckenposten 3, gleichzeitig Fressstand mit gegrillten Würstchen, Kartoffelsalat, Süßigkeiten, Getränken – und alles FÜR LAU und soviel man wollte!!! DANKE!!!! -, erwartete uns lediglich ein Fragebogen zum Thema Pferd, der von allen gleichzeitig beantwortet werden konnte. Die Antworten sprudelten aber so schnell aus Heike heraus, dass wir anderen kaum ne Chance hatten, mitzureden. Egal, ran ans Futter.
Frisch gestärkt machten wir uns auf die weitere Reise, an Streckenposten 4 sollte ein „Riesenpuzzle“ zusammengebaut werden, welches Katja mit Bravour meisterte. Selbst als das Puzzle fertig war, hab ich kaum erkannt, was es sein sollte…. ;-) Im Anschluß gab es wieder den obligatorischen Märchenfragebogen, das Streckenpostenpersonal hatte die Fragen kaum ausgesprochen, da bekamen sie schon (hauptsächlich von Kerstin) die Antworten gesagt… beeindruckend!
Streckenposten 5 war cool und stand unter dem Motto „Sterntaler“. 2 Reiter (Katja und Kerstin) wurden per Los auserkoren, auf ihren Pferden sitzend, Münzen-werfen-und-mit-Schürze-fangen zu spielen. Sie standen ca. 2 Meter entfernt voneinander. Katja warf die Münzen (die goldenen, die es immer zu Weihnachten mit Schokolade gefüllt gibt), und Kerstin versuchte, diese mit ihrer Schürze aufzufangen. ASTREINE Idee. Man durfte immer nur eine Münze werfen, das ging aber trotzdem so blitzartig, dass man kaum mit dem Zählen nachkam. Super gemacht. Und deren Ponys standen schön still in dieser Zeit (wurden ja nicht festgehalten).
An Posten 6 ging die Runde wieder per Los an Katja. Sie sollte als „Rattenfänger von Hameln“ ein paar gefüllte Socken (oder ähnliches), die die Ratten darstellen sollten, hinter sich herziehen und dabei ununterbrochen auf einer Pfeife blasen. Und das ganze ging dann nicht mal nur geradeaus sondern auch noch slalommäßig. Null Fehler trotz superskeptischem Blick von Pirat. Beim Märchenfragebogen konnten die Streckenposten schon gar nicht mehr beim Fragen „ausreden“, Kerstin „überfuhr“ regelrecht den Fragensteller mit den Antworten. Der Ehrgeiz kroch denn dann doch langsam in uns hoch…und so langsam wurde meine Laune auch wieder besser.
Der 7. und letzte Posten war auch nett. 2 Tische waren auf einer Wiese aufgebaut. Auf der einen eine Schale mit 2 verschiedenen Bohnensorten. Auf dem anderen Tisch zwei leere Schalen. Nach dem Motto „die Guten ins Töpfchen, die Schlechten ins Kröpfchen“ sortierten Katja und Kerstin blitzartig die Bohnen und wir erreichten hier wohl den absoluten Rekord des Tages. Selbst der anschließende Märchenfragebogen war wieder fehlerlos…. Und das nicht, weil Kerstin eine kleine Tochter hat, sondern Kerstin kannte wohl die ganzen Antworten noch aus IHRER Kindheit.
Frohen Mutes ritten wir dann Richtung Ziel und hofften, vielleicht doch nicht sooooo schlecht gewesen zu sein. Jedenfalls boxten die Mädels meine alptraumhafte Vorstellung beim 1. Posten wieder voll raus. Dankeschön!
Als dann die Siegerehrung bei Platz 10 mit 250 Punkten begann, war ich mir (im Gegensatz zu meinen Mitreiterinnen) schon FAST sicher, dass wir ziemlich weit vorne liegen würden, wenn nicht sogar…….. . Nun ja, um es kurz zu machen, so war es auch. Wir gewannen mit ca. 373 Punkten, knapp gefolgt von Christoph mit seinem Team, ca. 359 Punkte….
Was mir besonders an dieser Rallye jedes Jahr gefällt: Keine lästigen Fragebögen unterwegs, (demzufolge kein rüseliges Hin- und Her-Telefonieren mit dem Internet-Erste-Hilfe-Personal zu Hause), kein nerviges „Sachen-Suchen“ unterwegs… einfach nur Reiten, die Gegend genießen und ab und zu Streckenposten treffen. So mag ich’s.
Ich froi mich schon auf nächstes Jahr. Wie wäre es mit dem Thema Horrorfilme? (Dann mach ich aber mit meinem Mann zusammen ein Team. )
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