Remus

Ginostra’s Razzle Dazzle

… auch Remus genannt.

Ich für meinen Teil glaube an „Schicksale“. Manchmal ist es so, dass etwas EXTRA zu einer ganz bestimmten Zeit in einer ganz bestimmten Art und Weise passiert. So kam ich nämlich u. a. zu meinem Pony Duffy, wo „2 Sekunden entscheideten“ oder so kamen wir auch zu unserem Haus, wo wir genau zur richtigen Zeit in der richtigen Zeitung eine Suchanzeige für eine Wohnmöglichkeit mit Pferd und Hund schalteten.

Und das Schicksal wollte es auch, dass wir Remus, unseren Neuzugang, kennenlernen durften.

Folgendes Szenario spielte sich in Remus’s Zuhause ab, wie wir in stundenlangen Gesprächen mit den Vorbesitzern erfuhren.

Remus kam gleich vom Züchter zu Familie R., wo er - eigentlich - heiß und innig geliebt wurde. Aber Remus entwickelte nie wirklich eine Liebe zu seinen Besitzern, halt so, wie die meisten Hunde ihre Besitzer „anhimmeln“. Die Vermutung ist, weil Remus als Welpe mit in die Firma von Frau R. genommen wurde und dort von jedem Kollegen mehrmals täglich begrüßt und geknuddelt wurde. Genau kann man das aber wohl nicht (mehr) nachvollziehen.

Remus ist ein Charmeur, ein richtiger Macho, der weiß, was für ein netter Hund er ist. Allerdings fehlte etwas Konsequenz bei der Erziehung von ihm. Er kommt auf Zuruf nur dann, wenn er Lust hat. Bei der Fütterung von Leckerchen isst er gleich mal die ganze Hand des Futtergebers mit. Wenn er etwas will, setzt er es mit Gewalt, sozusagen mit seinem Gewicht, durch. Für die Kinder von Fam. R. war er wohl zu kräftig an der Leine und wirklich auslasten konnten diese ihn wohl auch nicht. Da Frau R. nach einiger Zeit wieder Vollzeit arbeiten ging, war einfach zu wenig Zeit für den Hund. Er war nicht ausgelastet und somit entwickelte sich ein stures, dominantes Moppelchen.

Fam. R. merkte selber aus Tierliebe, dass es so mit diesem jungen Hund nicht weiter gehen konnte. Immer öfter wurde über eine Abgabe des Tieres geredet. Herr R. machte irgendwann „ernst“ und setzte eine Anzeige in die Zeitung, wohl ohne Frau R. darüber zu informieren. Durch diesen „Schock“ wurden alle (ca. 6 – 7) Interessenten erst einmal von Frau R. „abgewimmelt“. Sie musste sich erst einmal mit dem Gedanken „richtig“ anfreunden. Zur Hilfe nahm sie einen Hundetrainer, der sich der Geschichte annahm. Seine Empfehlung war: Konsequent erziehen, viel mehr Zeit investieren und/oder einen Zweithund anschaffen oder: Den Hund abgeben. Diese Meinung eines Fachmannes war ausschlaggebend für Frau R., sich nun endgültig von dem Hund zu trennen. Doch die Anzeige in der Zeitung war mittlerweile „vertagt“, es rief niemand mehr an…

Folgendes Szenario fand im gleichen Zeitraum bei uns in Geldern statt:

Wir wussten schon immer, dass wir irgendwann einen Zweithund wollten und eigentlich war auch klar, dass dieser erst im Frühjahr angeschafft werden sollte, damit die Hunde gleich den ganzen Tag in den Garten könnten.

Die Diskussionen gingen über ein Jahr lang, ob man nun Dariah decken lassen sollte (obwohl es genug Hunde auf der Welt gibt) oder ob es ein Welpe sein sollte (lieber doch nicht)…. letztendlich dachten wir aber lieber darüber nach, doch wieder einen Hund aus dem Tierheim zu holen, der möglichst Dariahs Alter hat. Und ein Rüde musste es natürlich sein. Wir waren ja vorgeschädigt mit 2 Weibern.

Die Neugierde trieb Ralf immer mal wieder auf die Tierheim-Internetseiten. Und da war er dann: Dillon. Ein Berg von einem Rottweiler-Rüden. Die Charakterbeschreibung war superpassend und da wir ja Rottweiler-Fans sind…..

…. fuhren wir gleich am nächsten Tag zum Duisburger Tierheim – natürlich nur gucken.

Ich schluckte dann mal gleich, als Dillon vor mir stand. Der war zwar nett, aber irgendwie hatte ich mir den Zweithund anders vorgestellt. Mich gruselte es etwas. Zum Glück war Dillon auch schon in der Vermittlung.

Wir sahen uns noch einen Dobermann-Mix namens Zeus an, den wir auch gleich am liebsten mitgenommen hätten, aber eine sogenannte „Lebensmittelallergie“ ließ uns vernünftig bleiben. Wer weiß, was da hinter steckt/stecken kann. Es gibt genug Hunde auf der Welt. Es tat uns zwar weh und wir dachten noch viel an ihn aber die Vernunft siegte.

Gleichzeitig erfuhren wir, dass in Issum die Hundesteuer für Anlage 2-Hunde DRASTISCH erhöht wurde. Aus Angst, Geldern würde – irgendwann – nachziehen, legten wir schweren Herzens fest, dass KEIN 2. Rottweiler oder Rotti-Mix ins Haus sollte.

Von der Optik her (groß und breit und kurzhaarig ohne großen Jagd- oder Hütetrieb) kamen eigentlich nur Labradore oder Mixe aus diesen in Frage und wir wollten uns nun in diese Richtung orientieren.

Einmal im Hunde-Such-Fieber, ist Ralf dann auch nicht mehr zu bremsen. Er guckte gleich nach dem Tierheim-Besuch die Kleinanzeigen im Internet durch, die auch teilweise schon älter waren.

Und genau bei diesen Kleinanzeigen sah Ralf dann abends die Anzeige von Fam. R. – die den einzigen für uns „passenden“ Hund weit und breit inserierte.

So rief er also dort an und er „erwischte“ Fam. R. genau in dem Moment, in dem sie berieten, wie sie am besten Remus in allerbeste, hundeerfahrene Hände, am besten mit Zweithund – abgeben könnten. Denn von dem ersten Inserat erwarteten Sie ja keine Reaktionen mehr….

Der Besuchstermin wurde gleich für 2 Tage später klar gemacht.

Ralf fuhr mit Dariah im Schlepp dorthin und sowohl die Hunde als auch die Menschen verstanden sich prächtig und man war sich einig, dass Remus gleich schon am nächsten Tag – mitsamt sämtlichem Zubehör - bei uns einziehen sollte. Erstmal auf Probe, ob es klappt.

Und wie es klappte.

Die Hunde spielen von morgens bis abends, nur unterbrochen von Dariahs Security-Job, den sie zum Glück sehr ernst nimmt.  Remus hilft ihr jetzt auch schon ein wenig.  Durch tägliches Sport-Training mit Dariah wird Remus, von mir auch gerne Moppel genannt, automatisch schlanker werden. Abends liegen die Hunde völlig platt in ihren Körbchen….

Remus lernt jetzt, Leckerchen OHNE Hände des Menschen zu essen, dass Hund in der Küche beim Kochen nichts zu suchen hat, dass Hund mit Sturheit und Gewicht alleine nicht weiter kommt (Menschen können doppelstur und doppelstärker sein), und das auch Winseln und Fiepen den Willen einen Menschen nicht beeindrucken kann. Weiterhin wird NICHT die Treppe hoch gegangen und es werden schon gar keine Menschen angesprungen und in der Wohnung wird nicht gespielt. Und vor allem wird das HÖREN gelernt!

Viel zu lernen für den kleinen Moppel in nächster Zeit, wird hart für ihn.

Schon nach der ersten Nacht war klar: Der wird nie wieder abgegeben.

Vielen Dank an Familie R. für diesen tollen Hund!!!!

(Fotos von Dariah und Remus findet Ihr hier)