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13.09.2005
Anschaulicher geht es nicht……
.....aus der Serie: Ohne Worte! ;-)
Dienstag, circa halb 10 abends. Meine Reitbeteiligung Mara wurde gerade noch mit Frau Traberin durch das Distanztraining gequält (halbe Stunde durchtraben), da beschlossen wir den Feierabend. Frau Traberin hatte super Laufwerte, einen ganz ruhigen Atem und schwitze gar nicht.
Wir sattelten ab und parallel dazu erklärte ich Mara, dass man Pferde nie gleich nach der Arbeit füttern sollte. Sie fragte warum und ich erklärte weiter im Detail, wieso, weshalb und warum das so ist und dass man auch VOR der Arbeit nichts füttern soll und so weiter und so fort. Wer mich kennt, weiß ja, ich geb’ gerne Auskunft, wenn ich gefragt werde.
Und wie ich so – mit leicht schlechtem Gewissen aber auf einen frühen Feierabend hoffend – Frau Traberin das Futter (ganzen Hafer und Bananen) serviere, telefoniere ich parallel mit Yvonne, um zu erfahren, wie es ihrer Faiyene geht, die sie heute wegen Kolik zur Klinik bringen musste. Ich habe kaum aufgelegt, da höre ich Casa husten und würgen und dachte, das KANN doch wohl jetzt nicht wahr sein.
Casa demonstrierte in aller Deutlichkeit, WARUM KEIN Futter gleich nach der Arbeit gegeben werden sollte. Sie würgte und krümmte sich, ihr Hals war zeitweise wie aus Stahl. Ich zeigte Mara bei der Gelegenheit, wie man das Pferd massiert auf der linken Halsseite und rief parallel dazu Frau Tierärztin, die sich auch gleich auf die Socken machen wollte.
Dann erklärte ich ihr genau das Vorgehen bei einer Schlundverstopfung, was alles so passieren kann und die Folgen, und vor allem, dass ich nun hoffen würde, dass das Futter durch die Massage abrutscht…. Damit Casa der Schlauch in den Hals erspart bleibt.
Kurz bevor die TA eintraf, war dem zum Glück auch so. Casa beruhigte sich, würgte nicht mehr, ging in den Stall, äppelte, strullte, und gähnte 5 Mal. Ich sagte Mara, dass ein Pferd, dass diese Dinge völlig entspannt erledigt, keine Schlundverstopfung mehr haben könne.
Die eintreffende TA gab einen Krampflöser und bestätigte, dass die Verstopfung weg sei.
Deutlicher kann man nicht lernen, oder?
Nett von Casa, sich für diese Demonstration zur Verfügung zu stellen, jedoch konnte ich diese überaus nette Geste leider nur mit Futterentzug heute Nacht belohnen. Und morgen gibt’s nur Päppchen…. *augenroll*
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NACHTRAG 26.09.2005:
Ich möchte mal kurz anmerken, daß Billy nur 3 Tage später auch ne Schlundverstopfung hatte, die ich zum Glück auch (wieder) wegmassieren konnte. Keine Ahnung, was in den jetzt gefahren war... für ihn gabs “zur Strafe” auch den nächsten Tag nur “Päppchen”....
Seitdem ist zum Glück RUHE! *schnellaufholzklopft*
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12.05.2005
Aaaaaaaaaaaaber warum darf die und nich wir…?
12.05.2005, nachts um 23.30 Uhr, nach dem IG-Stammtisch: Letzte Versorgung der Ponys ist angesagt, d. h. Endkontrolle ob alles noch dran ist und ne Runde Heu in die Raufe werfen... gesagt getan, Ponys stehen an der Raufe und mümmeln, ich kontrolliere noch einmal, ob der Zugang zur Wiese auch wirklich zu ist. Optisch muß man sich das so vorstellen: Ein Reitplatz, wo auch die Raufe steht, davon abgehend ein 2,5 m breiter „Laufgang“ rund ums Haus, wovon es 2 Möglichkeiten (also Tore in Form von 2 E-Drähten) gibt, um auf eine Wiese zu kommen. Dieser Laufgang besteht aus 2 weißen 1-cm-Litzen und noch nie ist ein Pony – weder am Tag noch in der Nacht - „durch den Zaun“ gegangen, selbst, wenn wochenlang kein Strom drauf ist. Ich gestehe, dass es ziemlich dunkel rund ums Haus ist, wenn ich kein Licht dort anmache. Dunkel ist es aber meistens nachts und Pferde können – eigentlich – im Dunkeln besser „sehen“ bzw. sich orientieren als Menschen, mit so einer blöden Ausrede brauchen mir meine Ponys also diesmal nicht kommen…
Wieder zurück zum Geschehen. Ich also im Laufgang unterwegs, um das Weidetor (2 Drähte) zu kontrollieren. Oh, das ist ja noch auf, also schnell zugemacht. Billy, der seine Augen immer überall hat und mich Richtung „Weidetor“ hat gehen sehen, ist mir gefolgt und kaum hatte ich das Tor zu, latschte er hindurch, weil er dachte, ich hätte es AUF gemacht. Ich schrie laut: „NEIIIIIIIIIIIIN!“ Er stoppte, mit der Brust im E-Draht, schon halb auf der Wiese und ging, wie es sich für ein vernünftiges Trail-Pferd gehört, rückwärts wohl mit dem Gedanken… ups, is ja zu … und er guckte mich unschuldig an, während ich fluchend versuchte, im Dunkeln die nun teilweise gerissene und ausgeleierte Litze zu reparieren.
Die anderen Pferde, die dadurch aufgeschreckt wurden, dass Billy ja „Richtung Wiese“ ging, hatten sich mittlerweile auch in Bewegung gesetzt und somit ergab sich ein mittelschwerer Stau im Laufgang in Form von 3 Ponys, die ganz wuschig waren, weil sie meinten, es würde jetzt auf die Wiese gehen (Ihr Pferdeleute wisst, wie die dann drauf sind) und 1 Pony, das sich etwas abseits das Geschehen ansah, weil es ja wusste, dass EIGENTLICH nun KEIN Weidegang angesagt war. Hier stellt sich dem außenstehenden Betrachter die Frage, warum ging er nicht zurück zur Raufe???
Ich hatte also nun meine liebe Mühe, das E-Zaun-Tor (2 Drähte x 2 Meter) zu reparieren, während ich gleichzeitig wild schimpfend und mit den Armen und E-Zaun dabei wedelnd die Ponys davon abhielt, mich oder noch mal das Tor über den Haufen zu rennen. Das war verdammt schwierig….
Duffy, mittlerweile dann auch am Ort des Geschehens angekommen, während ich das Tor gerade repariert hatte und zur Seite ging, trabte flotten Fußes an Billy vorbei und krachte durch mein soeben frisch repariertes Tor, weil auch sie dachte, ich hätte es AUF gemacht…. aaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaargh……NEIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIN!!!!!!!!!
Ohne Rücksicht (weil sie fast blind ist) und ohne abzubremsen (hatte auch noch ne Ekzemer-Decke drauf und hat wahrscheinlich den Draht gar nicht wahrgenommen) stürmte sie also auf die Wiese, während der nun gänzlich zerfetzte Draht mir um die Ohren flog. Und jetzt stellt Euch bildlich vor, was los war…. Duffy mümmelnd auf der Wiese, 3 andere völlig aufgelöst weil Duffy ja bereits auf der Wiese ist und 1 Mensch, wild mit den Armen fuchtelnd und herumschreiend, weil sie nicht hinterherdürfen…..
Nun stand ich da in einem 2 m-breiten Wieseneingang, völlig unbewaffnet, kein Stöckchen war weit und breit in Sicht, es war dunkel, Auge in Auge mit dem Feind in dreifacher Ausführung…… nichts außer einem Stöckchen würde sie nun hier weg bewegen können….. Herr Norweger, der Praktiker, startete erste Überlegungen, mich über den Haufen zu rennen und baute sich in ca. 1 Meter Entfernung langsam auf, damit er schon mal größer wirkte. Der bekam aber gleich mal vorab von mir eine geschossen, verwarf sofort die Idee und hielt lieber ab sofort etwas mehr wie den vorgeschriebenen Sicherheitsabstand von einem Meter ein. Ähnliche Gedanken hatte auch Frau Traberin, die ausprobierte, ob sie vielleicht unsichtbar ist und sich ganz vorsichtig, zeitlupenmäßig und unauffällig in meine bzw. Tor-Richtung bewegte, auch sie bekam einen, allerdings nur stimmlichen, Einlauf. Billy, der Diplomat, schaute sich in 3 Meter Entfernung die Versuche der anderen an. Der Norweger versuchte dann noch mehrmals, mich deutlichst darauf hinzuweisen, dass er doch nun unbedingt auf die Wiese zur Duffy müsse… dieses Schauspiel ging bestimmt 5 Minuten, weil ich keine Chance hatte, unbewaffnet die Pferde vom Tor weg zu bewegen. Irgendwann war die Konstellation der Pferde so günstig, dass ich hinter ihnen gehen konnte, und sie – unter deutlichem Protest ponyseits – durch den Laufgang zurück auf den Reitplatz treiben konnte, wo sie dann wild buckelnd um ca. 0.00 Uhr ihrem Unmut freien Lauf gelassen haben.
Duffy fischte ich dann noch von der Wiese runter und schon war wieder Ruhe und man versammelte sich wieder an der Heuraufe.
Ich hab dann morgens, vorm Büro um 6.00 Uhr, mal eben den Zaun repariert…. man hat ja sonst nix zu tun. Allerdings mit weißem 4-cm-Band….
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