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Veluwe im Juli 2011
Ein Reisebericht von Corinna Lemke, vielen lieben Dank dafür!
Simones und Corinnas Veluwe Rund-Wanderritt vom 12.07.2011 - 17.07.2011
Tag 1
Pünktlich um 9.00 Uhr sammelten Simone und Ralf mich zu Hause ein, Pferde und Gepäck waren selbstverständlich schon eingepackt (was für ein Service ). Nach einer unproblematischen Fahrt kamen wir in Schaarsbergen an. Pferde abladen, satteln und das Gepäck auf die Satteltaschen verteilt. Irgendwie hatte das vorher zu Hause besser gepasst , aber Simone hatte genug Schnüre dabei und so konnte ich doch noch alles unterbringen.
Bei Sonnenschein konnten wir dann unsere Alabaster Hinterteile in die Tags zuvor nochmal frisch gepolsterten Sättel schwingen (Frau will schließlich bequem reisen ) und ritten um 11.15 Uhr los gen Wald. Etwas unangenehm war nur, dass wir bei der ganzen Packerei doch glatt von ganzen 2 Bremsen geärgert wurden.
Schnell waren wir im Wald, anfangs noch begleitet von etwas Straßenlärm, da das erste Stück noch in der Nähe der Autobahn verlief. Die mussten wir dann auch zum "Eingewöhnen" gleich 2 Mal unterqueren , das war schon ein bißchen unheimlich, aber die Ponys haben das brav mit gemacht .
Eine Weile später kamen wir an eine Kreuzung, an der 3 Wege fast in die gleiche Richtung gingen. Simone, die am ersten Tag die Wege-Entscheidungs-Macht hatte, entschied sich für das Tor in der Mitte, wo sich noch eine weitere Reiterin zu uns gesellte. Dieser Weg führte uns dann an ein richtiges großes Autobahnkreuz. Hui, sehr spannend . Die ganzen Röhren wurden todesmutig durchquert - Autobahn von oben, von unten und von der Seite gleichzeitig. Die Ponys wußten gar nicht, vor allem auch bei DEM Lärm, wo sie zuerst hinsehen sollten.
Das Wort "straßen-/verkehrssicher" bekam hier eine ganz neue Bedeutung.... - man muß ja alles mal erlebt haben. Aber das war definitiv nichts für schwache Nerven.
Nach dem Autobahnkreuz verabschiedete sich die Reiterin und Simone stellte fest, dass das doch wohl der falsche Weg war, allerdings fiel ihr dann auch ein, dass sie diese falsche Wahl schon früher einmal getroffen hatte . Machte ja nix, wir waren ja noch nicht weit geritten und außerdem sollte man Pferden Gefahrenquellen ja auch immer von beiden Seiten zeigen , also rumgedreht, und das Ganze nochmal von der anderen Seite durchritten. Simone hat sich dann wohl einen Vermerk in ihre Karte gemacht. Merke: Nehme an dieser Stelle NICHT das Tor, sondern den Weg links davon!!!!
So ritten wir also wieder eine Weile an der Autobahn entlang um sie dann zur Abwechslung mal zu überqueren und auch das meisterten die Ponys wieder toll.
Danach wurde es langsam ruhiger um uns und erste Urlaubsgefühle machten sich breit.
Unsere 1. Rast machten wir dann an einem Aussichtsturm. Pferde grasen lassen, Reiterinnen essen lassen, Pferde verschnaufen lassen, Popos verschnaufen lassen, nochmal schnell hinter den Busch ... ... und weiter ging es.
Wir durchritten gefühlte 3.586 Tore. Die "komplizierteren" Tore (z. B. Tor aufziehen) machte ich zusammen mit Billy. Corinna war für die einfacheren Tore, vor allem mit niedrigeren Torverschlüssen, zuständig... Casa und sie waren wirklich ein perfektes Team!
Ein paar Stunden später trafen wir dann bei Carolinahoeve auf eine Herde frei lebender, schottischer Hochlandrinder, die wir schon eine ganze Weile vorher hören konnten. Das war schon spannend zwischen blökenden, imposanten Bullen, neugierigen Halbstarken und Kühen mit ihren Kälbern im Slalom durch zu reiten - nur keinen ärgern, wir kommen in Frieden!
Und was soll ich sagen, auch das meisterten Billy und Casa absolut souverän. Danach hatten wir uns unseren holländischen Kaffee redlich verdient . Ich weiß ja nicht wie ihr das seht, aber holländischer Kaffee ist immer furchtbar stark und ohne 5 Mal Zucker und 6 Mal Milch geht da gar nichts, man wird halt immer nur ein bißchen dumm angeguckt, wenn man nach einem Zucker und noch einer Milch und noch einem Zucker und noch einer Milch fragt .
So gestärkt machten wir uns auf die letzte Wegetappe und kamen um 17.45 Uhr in Dieren am Supermarkt an, wo wir uns fürs Abendessen und Frühstück reichlich mit niederländischen Köstlichkeiten (Chips-Salat, Weingummi-Salat... etc. ) eindeckten.
Um 19.00 Uhr trafen wir dann zusammen mit beginnendem Regen in unserem 1. Quartier, Camping Boszicht in Laag Soeren ein. Zwar waren nicht, wie vorher abgesprochen, 2 Boxen nebeneinander frei, aber das wurde schnell geändert und so konnten Billy und Casa ihren wohlverdienten Feierabend machen. Allerdings musste ich noch schnell ein Schwalbenbaby retten, dass in Billys Box saß (es hätte sich in Billys Hufeisen nicht wirklich gut gemacht ), hab es zurück ins Nest gesetzt, dafür haben die dann auf Billy gekackt, undankbares Pack . Billy machte trotzdem einen recht zufriedenen Eindruck mit seinem Zimmer, Casa fand ihren Nachbarn, einen kleinen Schimmel, jedoch extrem doof, was sie ihm auch deutlich zeigte .
Nachdem die Pferde versorgt waren, haben wir uns fürs Essen dann mal etwas frisch gemacht und uns vor unsere gemütliche Blockhütte gesetzt. Freundlicherweise hatte uns der Hausherr noch ein paar Stühle mit dicken Auflagen gebracht (konnte man unseren Hinterteilen die Strapazen des Tages vielleicht ansehen? *grübel, denk").
Es regnete zwar mittlerweile in Strömen, aber egal. So haben wir unseren Tag mit unseren Einkäufen ausklingen lassen, die Wege für den nächsten Tag besprochen und dann aber ab in die frisch bezogenen Betten, wobei Frau Bergmann (der zu dem Zeitpunkt noch junge Hüpfer, da erst 39 ) sich natürlich das untere Bett ausgesucht hatte und die alte Frau Lemke (da zu dem Zeitpunkt schon 45) wurde in das obere Bett geschickt, das noch nicht mal ein Geländer hatte, aber zumindest hätte man aus der Höhe dann hören können wenn ich nachts aus dem Bett gefallen wäre . Allerdings muß ich an dieser Stelle auch erwähnen, dass Frau B. unter „Schulter“ litt und damit schon Probleme hatte, überhaupt aufs Pferd zu kommen... es hätte einfach zu lange gedauert, sie in das obere Bett zu schieben! Gott sei Dank bin ich dann auch nicht aus dem Bett gefallen und zum Glück (für Frau Bergmann) leide ich noch nicht an Inkontinenz ... keiner hat geschnarcht oder gepupst und die Betten waren total kuschelig .
Auf meiner Packliste steht ja grundsätzlich "Taschenlampe". Ich habe aber bis zu diesem Abend diese Tatsache immer sehr locker gesehen, oft auch keine dabei gehabt. Zum Glück hatte Corinna das nicht ganz so locker gesehen und eine dabei gehabt, die ich mir natürlich des nachts, als ich nach den Ponys sehen wollte, ausgeliehen habe. Gut so! Ggfs. wäre ich sonst auf einen mindestens 20 cm großen Frosch im Dunkeln gelatscht.... ... ich konnte ihn nur noch beim weghüpfen knipsen.... Merke: AUF JEDEN FALL TASCHENLAMPE MITNEHMEN!!!
TAG 1 - Schaarsbergen/Eingang Nationalpark ---> Dieren/Laag Soeren: ca. 8 Stunden unterwegs
Der Ordnung halber Infos zu unserem 1. Quartier:
Camping Boszicht in Laag Soeren www.campingboszicht.nl
Es handelt sich hier um einen Campingplatz, der auch Pferdeboxen hat. Die Strohqualität war top, Heuqualität auch, Es gab mehrere Arten Kraftfutter zur Auswahl, man konnte selber füttern und alles selber machen. Ebenso hätten wir unsere Pferde auf die Weide stellen dürfen.
Für die Menschen gab es eine voll eingerichtete Blockhütte, INKLUSIVE kuscheligem Bettzeug und Handtücher. Auf den Toiletten gab es Toilettenpapier.
Fakt ist: TOP Quartier, Campingplatz-Chef sehr besorgt und kümmert sich! War schon mehrmals dort.
WICHTIG: Der Campingplatz liegt am Reitgebiet Nationalpark VELUWE ZOON. Dort muß man einen "Darfschein" haben, um dort zu reiten. Der Campingplatzbesitzer hat uns diesen im Vorfeld zur Verfügung gestellt.
Pro Person, inkl. Pferd haben wir 48,50 € bezahlt wobei die Bettwäsche (glaube ich) mit 5 € im Preis inbegriffen war, wer sie nicht braucht, kann sich das also sparen.
Tag 2, Titel:
"Der längste Tag!"
Durch das Trommeln des Regens auf unser Hüttendach geweckt, haben wir uns schweren Herzens um 7.30 Uhr aus den kuscheligen Betten gewühlt. Nachdem die Pferde ihr Frühstück, wir den Rest unserer Einkäufe vom Vortag vertilgt (wohlgemerkt mit kaltem ekelig süßem Kakao anstatt heißem Kaffee ) und uns selber etwas restauriert hatten, haben wir uns ans Packen gemacht. Gott sei Dank gab es dort ein schönes großes Überdach mit tollen Holzklötzen, so dass wir bequem und trocken satteln und packen konnten.
Wenn man fertig ist mit Packen und man nicht weiß, wohin mit dem letzten Packstück, diesesmal einer Banane, findet sich doch immer noch irgendwo ein kleines lauschiges Plätzchen... )
Und Corinnas Badeschlappen machen es sich ebenfalls "ungeschützt" auf der Bananentasche bequem, sie können ja ruhig nass werden...
Da es regnete und es auch nicht so aussah, als ob sich daran in der nächsten Zeit etwas ändern würde, kamen zum ersten Mal Simones Regenponchos zum Einsatz und so ritten wir um 10.15 Uhr los.
Außer toller Landschaft im Regen sahen wir an diesem Tag 2 x Wildschweine und 3 x Rehe.
Nach ca. der halben Strecke war es zum ersten Mal meine Aufgabe den rechten Weg zu finden , den Umgang mit dem Kompass hatte ich ja nun schon gelernt (echt praktisch so ein Teil). Also wusste ich zumindest schon mal, wie man die grobe Richtung findet --> gute Voraussetzung!
Allerdings passierte mir bereits nach 100 Metern ein böser Fehler !!! Die Karte fiel mir unbemerkt aus der Tasche !!! Mir ist es dann wenigstens schon 100 Meter weiter aufgefallen, also rumdrehen und schnell Karte suchen... ... brauchte ich aber gar nicht, weil Frau Bergmann freundlicherweise schon breit grinsend daneben stand und auf mich wartete .
Da ich ja dann sowieso absteigen musste, es gerade mal nicht ganz soooo doll regnete, ganz nettes Gras am Rand stand und eine gute Aufstiegshilfe vorhanden war, nutzen wir die Gelegenheit direkt für eine kurze Pause.
Folgende Erkenntnis: Beim nächsten Mal einen 2. Satz Regenponchos mitnehmen, um gleichzeitig uns und Sattel mit Gepäck trocken zu halten!
Anschliessend jeder nochmal schnell ins Gebüsch und weiter ging's. Weg finden ging ganz gut (war auch nicht sooo schwierig, viiiieeel geradeaus) ein bißchen verritten haben wir uns dann doch noch, Simone meinte allerdings, das würde ihr jedes Mal in dem Gebiet passieren, dafür hatte sie dann aber später noch eine Abkürzung gefunden .
Wir mussten dann noch einmal eine Autobahn überqueren, wobei der Regen uns nun voll von der Seite attackierte ... in der Zwischenzeit hatten wir nun auch beide richtig nasse Füße bekommen!
Merke: Extra gekaufte, teure Reitschuhe, die wasserdicht sein sollten, nach Rückkehr reklamieren!!!
So ritten wir noch über Bahnschienen, vorbei an einer Pommesbude, um dann in die Zielgerade einzubiegen.
Nach ca. 9 Stunden im Dauerregen, gefühlten 368 Toren, nass, kalt, Hunger, Rücken, schleppte ich mich mit letzter Kraft auf den Hof . Simone hatte schon auf dem letzten Wegstück versucht, mich aufzuheitern mit Kommentaren wie: "Schlimmer geht immer!" und "Man muß alles mal erlebt haben!"... gut, der Aufheiterungserfolg war zu dem Zeitpunkt eher mäßig ... aber der gute Wille wurde durchaus anerkannt .
Unsere Gastgeberin hatte uns vorher schon telefonisch über alles informiert, da sie selber nochmal weg musste. Es war aber alles schon so weit vorbereitet, also versorgten wir erstmal die Pferde, packten das ganze nasse Zeug in die Garage, damit es eine Chance bekam zu trocknen und machten uns, natürlich im Regen zu Fuß auf den Weg zur 2 km entfernten Pommesbude.
Als wir endlich dort ankamen, machten die gerade vor unserer Nase zu . Die Friteusen waren schon sauber gemacht und sie waren auch nicht in der Lage, uns noch ein Stück vom Kuchen in der Vitrine oder einen oseligen Schokoriegel zu verkaufen . Das nächste Restaurant wäre nochmal einen Fußmarsch von gut 45 Min. entfernt gewesen, ein Taxi konnten die uns auch nicht rufen, noch nicht mal die Tel. Nr. von einem Taxi konnten die uns geben, und einen Laden gab es weit und breit auch nicht .
Dies ist mir (Simone) in meiner ganzen Wanderreitlaufbahn noch nicht passiert, daß wohl nun zum allerallerersten Male die sich grundsätzlich im Gepäck befindlichen Notfall-TUCS zum Einsatz kommen sollten ..... wir waren da aber auch sowas vom "am A... der Welt".
Also entschlossen wir uns, unsere Gastgeberin anzurufen, in der Hoffnung, dass die noch eine Idee hatte. Sie bestätigte, dass alles zu weit weg wäre, bot uns aber an, nach ihrer Rückkehr eine Tiefkühlpizza für uns in den Ofen zu schieben, wenn uns das recht wäre und ob uns das recht war!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
Pitschnass liefen wir zurück zu unserem Pippowagen und entledigten uns dort erstmal der nassen Klamotten. Mir war sooo kalt, dass ich mich bibbernd in die Bettdecke wickelte...
... bis die Erlösung in Form unserer Gastgeberin anklopfte um uns mit zu teilen, dass die Pizza gleich fertig wäre . Sie hatte im Frühstücksraum für uns eingedeckt und da wir die einzigen Gäste waren, konnten wir unsere nassen Hosen auch dort zum trocknen aufhängen. Außerdem machte sie uns noch eine ganze Kanne heißes Wasser, so dass wir alle Teesorten ausprobieren konnten. Da kam langsam wieder Leben in unsere müden, kalten Knochen und es ging uns ein ganzes Stück besser . Ihr glaubt gar nicht, wie toll einfache Tiefkühlpizza und heißer Tee sein kann.... !!!!
Zur Krönung hatte sie auch noch in der Zwischenzeit die Heizung im Pippowagen angeschmissen, dort war es dann kuschelig warm und wir konnten auch noch die nassen Socken und alle anderen Sachen trocknen.
Nach diesem anstrengenden Tag, unserer längsten Etappe des ganzen Urlaubs, im Dauerregen, ohne Kaffee, den ganzen Tag über nur von ein paar Keksen und Müsliriegeln ernährt, wollten wir nur noch ins Bett. Also bekam Simone noch eine kurze Einführung ins: "Wie mache ich aus einem Tisch ein Bett im Pippowagen" von mir und erschöpft fielen wir in dieselbigen.
Die Nacht war recht stürmisch und der Wind rüttelte an dem alten Zigeunerwagen, aber es war trotzdem warm und gemütlich. Ungemütlich war nur, mitten in der Nacht nochmal zur Toilette zu müssen ... nützte aber nix, der viele Tee forderte seinen Tribut. Also mit Schirm und Taschenlampe bewaffnet, ab zur Toilette, schnell auf dem Weg nochmal bei den Ponys vorbei geschaut, alles ok und wieder ins warme Bettchen gekrochen ohne Simone zu wecken und schnell wieder eingeschlafen.
Mein Fazit des Tages:
Ich schaffe doch mehr als ich mir zugetraut hätte
Aber...werde ich es schaffen, je wieder in den Sattel zu kommen ???
Unser 2. Quartier war in Assel (Hoog Soeren):
http://www.dekronkel.com/
Das ist ein Hof, wo man Planwagenfahrten buchen kann. Man darf sogar selber fahren. Alles mit Fjordpferden...
Die haben dort 2 Zigeunerwagen für Übernachtungen sowie Wasch-/Duschmöglichkeiten, Frühstücksraum und 2 Boxen.
Achtung! Für eventuelle "Nachreiter": Die Tour von Laag Soeren nach Assel/Hoog Soeren ist DEFINITIV zu WEIT für eine gemütliche Schritt-Tagestour!!!!
Also bezahlt haben wir insgesamt 52 € pro Person / Pferd das beinhaltete:
15 € für die Übernachtung 7 € für's Frühstück 5 € für Bettzeug und Handtücher 17 € für die Box inkl. Heu /Heulage und Kraftfutter 8 € für die leckere Pizza am Abend und Tee bis zum abwinken
Tag 3, auf Regen folgt Entspannung
Nach einer stürmischen aber kuscheligen Nacht stand dann, wie verabredet, pünktlich unser Frühstück auf dem Tisch. Diesmal sogar mit Kaffee, Halleluja aber da der, wie gewöhnlich, mal wieder etwas stark war, reichte das bereitgestellte Milchpulver bei weitem nicht. Also machte sich Simone auf die Suche nach mehr von dem weißen Pulver und wurde schließlich in der Küche fündig. Toll, da hatte ich auch noch einen eigenen Dealer .
Gut gestärkt, packten wir in Ruhe unsere Klamotten, die Dank der Turbo-Gasheizung im Pippo Wagen trocken waren, machten die Pferde reisefertig und schwangen uns gegen 12.15 Uhr auf die selbigen. Was, oh Wunder nach dem anstrengenden Vortag sogar noch ganz geschmeidig klappte.
Frohen Mutes ritten wir mit einem wolkenverhangenem Himmel los, vorbei an der blöden Pommesbude, die am Vortag nicht mal einen Schokoriegel für uns hatte . Dort trafen wir auf eine Herde frei laufender holländischer Rentner-Wanderer, aufgeteilt in Splittergrüppchen, die in wehendes, buntes Plastik gehüllt waren und schlamm-bespritzte Rennsocken an hatten.
Unser Weg führte leider in die gleiche Richtung, also mussten wir uns den Radweg mit ihnen teilen. Dies fanden die Pferde doch sehr spannend, endlich mal Mitläufer mit denen man sich ein Rennen liefern konnte...
Ich hatte ganz schön damit zu tun, Casa zu bremsen, aber die zwei haben sich benommen. Diese wild entschlossenen Wanderer kämpften teilweise aber auch mit allen Mitteln. Die haben sogar versucht, uns abzudrängen (oder sie hatten einfach ihr Hörgerät nicht eingeschaltet und die Brille zu Hause vergessen ) Na ja, wir haben es aber doch geschafft, uns da durch zu mogeln, ohne jemanden über den Haufen zu rennen oder das einer einen Herzinfarkt bekam, nachdem er feststellte, dass die Mitläufer gerade doch etwas größer waren .
Genau wie unsere Mitläufer mussten auch wir immer wieder an Streckenposten vorbei, die in komischen Zelten standen und uns alle mit viel Hallo und Applaus begrüßten --> RIESENSPAß !!! Doch dann bogen die plötzlich alle ab, endlich Ruhe ... um 5 Minuten später dann wieder von der Seite zu uns zu stoßen Na ja, also weiter mit den Herrschaften zusammen und ab ins Dorf, dort wurden wir nicht nur mit Applaus und Hallo empfangen, sogar auch noch mit lauter Marschmusik, auch eine nette Erfahrung. Aber die Ponys haben sich vorbildlich benommen. Im Dorf zog es die Wanderer dann doch überwiegend an die diversen Futtertröge und langsam lichtete sich das Feld .
Am Dorfrand begann der Wald, in den wir wollten, aber leider standen dort überall Sperrschilder. Wegen Bombenentschärfungen war das Betreten verboten, na toll , also weiter über den Radweg.
Irgendwann konnten wir dann aber endlich auf den kaum benutzten Reitweg abbiegen und just in dem Moment, öffneten sich die Wolken und ließen es kräftig regnen . Schade, der Wald war nämlich sehr schön, im Starkregen allerdings etwas weniger .
Dann noch auf ein blödes Tor getroffen, dass ohne Absteigen echt nicht passierbar war, das reichte dann auch um eine nasse Hose zu bekommen .
Nach ca. 1 Stunde war der Schauer dann allerdings vorbei und die Sonne blitzte sogar mal durch und wir sahen sogar 5 Rehe .
Unterwegs, Billy mit Rennsocken - kurz vor Ende des Videos hat er gescheut!
http://www.myvideo.de/watch/8226266/Veluwe_Urlaub_2011
Nachdem wir fast wieder trocken waren und gerade in die Ziel-Strasse einbogen, setzte dann nochmal heftigster Regen ein, Casa konnte mal wieder nur noch mit gesenktem Kopf seitwärts gehen aber mit dem Ziel quasi vor Augen, war das ganz gut zu ertragen. So kamen wir also wenige Minuten später, nach insgesamt 4 Stunden und 10 Minuten, klatschnass an unserer Unterkunft an. Simone hatte eine Reitzeit von insgesamt 4 Stunden vorausgesagt, aber jeder kann sich ja mal irren .
Schnell die Pferde versorgt, alles zum trocknen aufgehängt und uns selber trocken gelegt. Dabei mal wieder festgestellt, dass es eine ganz gute Idee war eine Ersatzhose ein zu packen .
Da es nicht so aussah, als ob es mit dem Regen in den nächsten Stunden wieder aufhören würde....,
... fuhr unsere Gastgeberin uns freundlicherweise dann in die Stadt. Dort konnten wir uns erstmal wieder mit lebensnotwendigen Lebensmitteln wie Chips, Schokolade, Cola, usw. eindecken. Anschließend sind wir dann lecker essen gegangen und gönnten uns zur Krönung noch ein Taxi für den Rückweg
Die Pferde machten einen zufriedenen Eindruck. Casa fand ihren Boxennachbar diesmal überhaupt nicht blöd, im Gegenteil, sie war direkt schwer verliebt . Wir machten dann mal wieder die Heizung an um unsere Klamotten zu trocknen (gut, dass es überall eine gab ) .
Da es sich bei unserem Quartier um eine kleine, urgemütliche Ferienwohnung handelte ...
... und somit auch eine anständige Dusche vorhanden war (und kein Gruppenwaschraum bei dem es unter der Tür durchzieht), nahm ich erstmal eine heiße Dusche (was an sich schon göttlich war), hüllte mich anschließend in den bereit gestellten kuscheligen Bademantel und begab mich zu einer Massage bei unserer Gastgeberin. Denn so etwas bietet sie auch an .
Ich wurde in einem wohlriechenden Raum mit leiser Entspannungsmusik bereits mit einem warmen Fußbad erwartet , anschließend bekam ich eine sanfte Fußmassage , während es draußen stürmte und der Regen gegen die Fenster prasselte. Dann konnte ich mich auf der Liege lang machen und bekam die beste Massage meines Lebens. Rücken, Nacken, Beine, Arme, Kopf, Hände, fast alles .
Zwischendurch bekam ich ein großes, mit warmen Wasser gefülltes Kissen unter den Rücken geschoben und wurde mit heißen Steinen massiert (*seufz* nochmalhabenwill). Irgendwann kam mir zwischendurch mal der Gedanke: "Mist, ich hab vergessen zu fragen was das alles kostet " - den ich aber ganz schnell mit dem Gegengedanken: "Scheiß drauf, das ist jeden Cent wert, bitte nicht aufhören " verdrängen konnte . Nach 1,5 Stunden bin ich dann total tiefenentspannt die Treppe zu unserm Schlafzimmer hoch gekrochen und brauchte mich nur noch ins Bettchen kuscheln .
Simone hatte sich in der Zwischenzeit mit dem holländischen Fernsehprogramm rumgeärgert und vor Frust schon mal das Süßigkeiten- und Chips-Buffet eröffnet, für sie waren das ein paar zu viele ätherische Öle und die Musik war jetzt auch nicht so ganz ihre Stilrichtung . Dafür überließ ich ihr dann aber großzügig, wie ich nun mal bin, das große, weiche Bett mit 2 übereinander liegenden Matratzen, ich hatte meinen Entspannungsteil ja schließlich schon gehabt . Wir quatschen noch ein bißchen und verkrümelten uns dann in unsere Betten.
Zum einschlafen musste ich dann doch glatt noch mein Glücksschwein hervor kramen, weil es draußen fürchterlich stürmte und mir einfiel, dass es genau vor einem Jahr auch so stürmisch war, dass es unser Dach vom Haus abgehoben hatte, das fand ich ein bißchen gruselig...
... aber Schwein, mein kleiner Plüsch-Glücksbringer, war ja bei mir.
Also für die Übernachtung mit super Frühstück, Bettwäsche, Handtücher, alles dabei und Boxen mit allem drum und dran für die Pferde haben wir pro Person 42 € bezahlt (der größte Luxus, mit den geringstens Kosten in unserem Urlaub )
Eingekauft haben wir für ca. 10 € und im Restaurant verfuttert ca. 30 €
..... uuuund die super Massage hat mich dann "nur" 65 € gekostet und das war es absolut wert
Tag 4 - Unser Kampf mit der Lipoptena cervi
Trotz einer sehr stürmischen Nacht hatten wir gut geschlafen. Als Erkennungszeichen, daß unser Frühstück fertig war, ertönte auch schon kurz darauf aus dem unteren Zimmer gedämpfte Entspannungsmusik. So konnten wir also im Wintergarten am liebevoll gedeckten Tisch mit Blick in den Garten Platz nehmen und nach einem kurzen Plausch mit unserer Gastgeberin ein leckeres Frühstück mit gesunden Brötchen, gekochten Eiern, Kaffee, selbst gekochter Marmelade, verschiedenen Wurst- und Käsesorten und einem frisch gepressten Orangen / Aprikosen Saft zu uns nehmen .
Dabei besprachen wir die Tagesroute, rechneten anschließend mit unserer Gastgeberin ab, packten in Ruhe alles zusammen und machten die Pferde bei bewölktem Himmel fertig . Kaum waren wir gegen 11.45 Uhr losgeritten, kam die Sonne heraus und wir konnten die ersten Jacken schon wieder ausziehen . Da dieses Quartier unser nördlichstes Ziel war (man sieht, ich kann jetzt Kompass und weiß wo Norden ist )...
... ritten wir erst einmal ein Stück den Weg zurück, den wir Tags zuvor gekommen waren, in der Sonne wirkte er allerdings wesentlich netter.
Nicht so nett waren allerdings die kleinen Plagegeister, die dort leben, womit ich nicht den Fuchs meine, den wir sahen, der hatte sich schnell davon geschlichen, nein, ich spreche von der "Lipoptena cervi", besser bekannt als die gemeine Hirschlausfliege . Die fanden hauptsächlich dieses große, weiße Tier zum anbeißen. Billy fand es allerdings überhaupt nicht toll, dass die sich immer wieder auf seinem Hintern und zwischen seinen Hinterbeinen nieder ließen und reagierte darauf mit pupsenden Hüpf Attacken und wüstem Gekicke, sah schon ein bißchen komisch aus .
Da Simone nicht gelenkig genug war, ihrem armen Pferd die Mistviecher vom Leib zu halten übernahm ich diesen Job, allerdings war es etwas schwierig, nahe genug an dieses große, kickende, hüpfende Tier heran zu kommen. Aber nach kurzer Zeit hatte Billy verstanden, dass es ganz angenehm war wenn ich zwischen seinen Hinterbeinen rumwischte und er hielt mehr oder weniger still ... wobei ich schon manchmal aufpassen musste, nicht in Gebiete abzurutschen, in denen ich nicht stecken wollte , diese Biester sind allerdings kaum kaputt zu kriegen, selbst wenn man sie zwischen den Fingern quetscht, kriegt man sie nicht unbedingt platt.
Auch wenn es mir gelang, die ein oder andere Laus zu zerquetschen , suchten wir nach weiteren Waffen, um das Ganze zu optimieren und beschafften uns "Ritzenputzer" in Form von Ästen mit vielen Blättern, quasi als Armverlängerung. Das funktionierte auch einigermaßen, allerdings kam ich mir ein bißchen vor wie der Typ in der Aufguss Sauna, der die Leute mit Birkenzweigen abklatscht ... na ja, Gott sei Dank waren wir überwiegend alleine im Wald unterwegs.
Das sah dann unter anderem so in etwa aus:
http://www.myvideo.de/watch/8226287/Veluwe_Urlaub_Teil_II
Ganz alleine waren wir aber nicht. Es gab schon einige Beobachter in Form einer Teenager Wildschwein Rotte. Ui - war das spannend!! Die Pferde wollten ja erstmal nicht weiter gehen (da konnte man auch schonmal die ein oder andere Hirschlausfliege drüber vergessen) und genau beobachten, was sich da am Wegrand tummelte. Wir standen wohl günstig gegen den Wind, denn den Schweinen waren wir ziemlich egal, so konnten wir sie eine zeitlang beobachten.
Nach ca. 2 Stunden verließen wir den Wald der Hirschlausfliegen und wollten durch ein anderes Waldstück reiten, aber leider hatten die doch glatt die Tore dicht gemacht. Also ritten wir erstmal wieder ein Stück an einer stark befahrenen Straße, Auge in Auge mit LKW's, der N344 entlang, in der Hoffnung ein offenes Tor zu finden.
Pustekuchen, alle Tore mit Kette drauf und wir hatten mal wieder keinen Seitenschneider im Gepäck .
Nach einer Stunde waren wir es leid und versuchten unser Glück bei dem Tor auf der anderen Straßenseite. Leider führte dieses Tor aber nur in ein Waldstück, in dem gearbeitet wurde und wir durften natürlich nicht da rein . Ein freundlicher LKW Fahrer, der aus diesem Tor heraus kam, meinte, wir sollten es doch mal auf der anderen Seite versuchen, da gäbe es bestimmt einen Eingang. ja ne, is klar, den suchten wir ja erst seit einer Stunde.
Nütze nix, also wieder rüber auf die andere Seite und weiter und siehe da, keine Minute später fanden wir doch glatt ein offenes Tor und auch noch schnell den Reitweg.
Kaum waren wir auf dem selbigen, kreuzte eine Familie, die im Planwagen mit Fjordpferd davor unterwegs war, unseren Weg. Schau an, waren wir also mittlerweile wieder in der Nähe von de Kronkel, wo wir 2 Tage zuvor im Pippo Wagen geschlafen hatten.
Da unsere Ponys bei diesem Anblick doch ordentlich prusten mussten, ließen wir dem Planwagen den Vorrang und folgtem mit etwas Abstand. Dabei erblickten wir in der Ferne (oder eher in der Nähe) eine nette Bank mit Tisch und feinem Gras drumherum und beschlossen, dort eine Pause ein zu legen ... leider hatte die doofe Familie in dem Planwagen wohl die gleiche Idee und weil wir so freundlich waren, sie vor zu lassen, waren sie natürlich vor uns da .
Also weiter reiten und auf das nächste nette Plätzchen warten. Fanden wir dann kurz danach, zwar ohne Tisch und Bank, aber immerhin mit netten Baumstämmen als Aufstieghilfe und Gras für die Ponys. Wurde aber auch Zeit, denn wir mussten dringend mal hinter den Busch .
Nachdem wir wieder aufgestiegen waren, überkam Simone mal wieder absolute Orientierungslosigkeit und ich musste die Führung übernehmen, was mir diesmal auch ohne Kartenverlust gelang.
Ich führte uns problemlos zum Ziel, zum Hotel het Hilletje, das wir um ca. 18.00 Uhr erreichten. Kurz davor kamen wir noch an einem großen Reitstall vorbei, wo wir uns gleich mal erkundigten, ob es dort auch Wanderreitquartiere für Pferd und Mensch gäbe und die gab es. Immer gut zu wissen .
Ich parkte Simone und die Pferde vor der gegenüber liegenden Kirche und ging rüber ins Hotel um uns an zu melden.
Der Stall für die Pferde gehörte den Eltern des Hotelbesitzers und lag ca. 10 Min. entfernt vom Hotel, wo wir dann hin liefen. Die Boxen befanden sich im hinteren Teil des ehemals sehr schönen Anwesens in einer halb offenen Halle. Es gab ca. 9 Boxen, aber außer einem dicken Motorrad, einem Quad und einem Range Rover wohnten nur unsere beiden Pferde da.
Die Dame des Hauses zeigte uns alles und wir versorgten die Pferde und was soll ich Euch sagen, wer guckt da plötzlich um die Ecke??? Die Kinder der Planwagenfamilie, die uns den Tisch im Wald weggeschnappt hatten . Die Welt ist ein Dorf!!!
Nachdem wir die Pferde versorgt hatten und von unseren Klamotten nur das rausgesucht hatten, was wir für die Nacht brauchten, machten wir uns auf den Rückweg zum Hotel.
Dort machten wir uns frisch... ... kurz den Bettentest, ok ... ... den Klotest, zwar auf dem Flur aber auch ok ... ... und gingen runter, um uns den Bauch voll zu schlagen. Das Wetter war wirklich sehr schön, so dass wir draußen sitzen konnten und unsere Vorspeise, Hauptgang und Dessert auf der Terasse genießen konnten und dabei noch ein bißchen über die anderen Gäste lästern konnten.
So vollgefressen wollten wir noch nicht ins Bett, also spazierten wir nochmal zu den Ponys, versorgten sie für die Nacht, lasen ihnen noch eine gute Nacht Geschichte vor und machten uns wieder auf den Rückweg, schmissen uns dann in die Betten und wollten noch ein bißchen Fern sehen. Allerdings gab es mal wieder nur holländische Programme (oh Wunder) und aus Frust darüber, musste Simone die restlichen Süßigkeiten töten, bevor wir ins wohl verdiente Koma fielen .
Quartier:
't Hilletje, De Brink 5, 3775 KP Kootwijk, Niederlande
Die Kosten betrugen 55 € für Übernachtung mit Frühstück, für Mensch und Pferd, ich hab es mir nicht genau aufgeschrieben, meine aber das der Pferdeanteil 20 € betrug
Der 5. Tag, auf zum letzten Quartier!
Gerne wären wir noch liegen geblieben, aber nützte nix, mussten aufstehen. Also anziehen und runter zum Frühstück.
Das war ganz ok, Brot und Belag waren toll, der Kaffee rollte mir allerdings mal wieder die Fußnägel auf , der Himmel sah nicht sehr freundlich aus und erste Regentropfen fielen.
Wir haben dann unsere sieben Sachen gepackt und sind zum Stall gelaufen. Der Himmel war uns doch wieder freundlich gesonnen, so konnten wir die Pferde, die die Nacht wohl gut überstanden hatten, im Trockenen fertig machen und uns gegen 11 Uhr auf den Weg machen.
Erstmal hieß es: Reitweg finden, das hat nicht auf Anhieb geklappt, dafür fanden wir aber aus Versehen einen Bungalowpark mit einem feinen Supermarkt, wo wir uns mit weiterem Reiseproviant eindecken konnten und kurz darauf auch den gesuchten Weg.
Wir sahen sehr viel Sand, ritten problemlos durch schöne Gegenden und das Ganze ohne Regen.
Nachdem wir den Pferden eine Graspause gegönnt hatten, zog sich der Himmel wieder zu und es begann zu regnen . Nun ja, es gibt ja bekanntlich kein falsches Wetter, nur die falsche Kleidung, also beschloss ich, meinen Regenponcho überzuziehen. Nachdem ich mich da endlich reingepuhlt hatte, hörte es wieder auf zu regnen und schnell wurde es ziemlich warm unter dem "Zelt" . Also Poncho wieder aus, aber griffbereit gelassen .Simone hatte sich die Arbeit erst gar nicht gemacht .
Zwischendurch fanden die Pferde immer mal einen "gezielten" Matsch-Snack... ... nun denn, wers braucht oder mag.....
Kurz vor'm Eingang vom National Park Hoge Veluwe, stoppten wir an einem Restaurant. Während ich die Pferde gehütet habe, organisierte Simone uns einen Tisch und Stühle, da wir uns mit den Pferden nun doch nicht auf die etwas höher gelegene Terrasse zwischen die anderen Gäste setzen wollten. So bekamen wir vom freundlichen Kellner leckere Fritjes met Frikandel serviert, während die Pferde chillen konnten.
Schnell nochmal auf ein anständiges Klo und weiter ging es.
Wir wollten ein kurzes Stück durch den National Park reiten, aber selbst um 16 Uhr wollten die noch den vollen Tagespreis von 11€ haben , das war uns aber zu teuer. Also drehten wir um und suchten nach einer schönen Alternative. Leider landeten die alle in Sackgassen und so entschlossen wir uns nach ca. 30 Minuten, parallel zum Nationalpark die N304 entlang zu reiten mittlerweile mal wieder im Regen.
Irgendwie kam ich mir vor wie in Amerika, endloser Highway .......
Als ich kurz davor war, eingemummelt in meinen Regenponcho auf dem Pferd einzuschlafen erreichten wir dann doch noch Otterlo. Um unser Abendessen zu sichern, erkundigten wir uns nach einem Supermarkt, die hatten aber leider schon geschlossen, da es Samstag Nachmittag war. Zumindest fanden wir aber noch eine Tankstelle, die auch Lebensmittel verkaufte. Dort deckten wir uns mit örtlichen Delikatessen, wie Tomatensuppe in Dose und Sandwiches ein und weiter ging es.
Wir fanden auf Anhieb alle Wege die Simone raus gesucht hatte und kamen im stärker werdenden Regen direkt beim Quartier an. Dort fand gerade eine große Einstaller Party statt (und da dort über 70 Pferde standen, war es wirklich eine große Party ), aber trotzdem wurden wir bereits erwartet. Schnell wurde noch ein Pferd umgeparkt, damit unsere Beiden nebeneinander stehen konnten und der Hausherr fuhr uns freundlicherweise mit einer großen Schubkarre noch alle Sachen zu unserer Wohnung, wo bereits alles her gerichtet war.
Herrlich! Eine riesige Wohnung für 11 Personen, für uns beide alleine!
Nachdem wir uns einig waren, wer welches von den 4 (oder waren es 5?) Schlafzimmern bekam, packten wir ein bißchen aus, Simone ging die Pferde bürsten und die Mutti hat sich an den Herd gestellt um aus den Tankstellen Mitbringseln ein oppulentes Abendmahl zu bereiten .
So saßen wir also gemütlich an dem riesigen Tisch und aßen, während es draußen in Strömen goss .
Wir ließen den Tag nochmal Revue passieren und überlegten, hinsichtlich der Wetterprognose für den nächsten Tag, uns unser Taxi vielleicht zum Quartier zu bestellen .
Später schlenderten wir nochmal zu unseren Süßen zum Gute Nacht sagen und dafür zu sorgen, dass sie noch ein Betthupferl bekamen, sahen uns alle 70 Pferde an und krochen in unsere Betten, nachdem wir noch etwas Fernsehen geschaut hatten
Blick auf die Weiden der Anlage
Die Gast-Boxen, auf der Rückseite der Reithalle, von den Einstellerpferden getrennt.
ABSOLUTES TOP-QUARTIER FÜR GROSSE GRUPPEN!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
http://www.stoeterijwillemien.nl/index.html
Kosten für das Quartier waren 55 Euro inkl. Frühstück!
Finale
Wegen so einer blöden Mücke konnte ich nicht mehr schlafen, ich stand auf, machte mich in Ruhe fertig und schaute erstmal nach den Ponys. Alles gut, die waren schon mit Frühstücken beschäftigt . Ich ging zurück, wuselte noch ein bißchen herum, während Frau B. noch im Traumland unterwegs war. Langsam überkam mich aber auch der Hunger, also machte ich für uns das Frühstück fertig und beschloss, Frau B. aus dem Bett zu werfen
Die Hausherrin hatte uns für's Frühstück leckere Sachen in den Kühlschrank gelegt und weil ich den Kaffee selber gekocht hatte, konnte man ihn endlich sogar mal trinken, ohne Gefahr zu laufen einen Herzkasper zu bekommen .
Da der Regen aufgehört hatte und der Himmel relativ freundlich aussah, beschlossen wir, unsere Rundreise doch noch reitender Weise zu beenden, allerdings auf dem kurzen Weg, da meine Wenigkeit mittlerweile doch große Sehnsucht nach zu Hause hatte und am nächsten Tag auch wieder arbeiten musste. Also packten wir zum letzten Mal unsere Sachen zusammen, räumten das Geschirr in die Spülmaschine (welch ein Luxus ) und sammelten die Ponys ein. Wir konnten sie direkt vor unserer Ferienwohnung bequem fertig machen, so dass wir das ganze Zeug nicht weit schleppen mussten.
Wie gewöhnlich nochmal schnell auf's Klo (solange man noch eins zur Verfügung hat ) und gegen 12 Uhr machten wir uns auf unseren letzten Weg.
Direkt vom Hof ritten wir wieder auf die Reitwege, zurück nach Otterlo und dort zum Eingang vom National Park (heute hatten wir ja schließlich mehr Zeit zum durchreiten). Es ist ja so praktisch, wenn man brave Pferde hat, so konnte Simone direkt vom Pferd aus am Kassenhäuschen die Eintrittskarten für uns kaufen , nur an der Stubenreinheit ihres großen Weißen muss sie noch arbeiten, denn der kackte dann freundlicherweise mitten vor selbiges Kassenhäuschen .
Also doch nochmal runter vom Pferd und das Häufchen weg räumen. Leider hatte ich kein Kacktütchen dabei wie bei meinem Hund, aber man gab uns eine Schüppe und so ging es. 5 m weiter und wir wären auf dem Reitweg gewesen .
Dann also rein in den Park, in dem man sich ganz brav an die Wege halten muss, find ich auch vollkommen ok. Allerdings hatte mal wieder jemand unverschämterweise neue Wegweiser aufgestellt, die nicht alle Simones Karten entsprachen, aber wer braucht schon Karten, wenn man Simone dabei hat, schließlich kennt sie die Veluwe doch fast wie ihre Westentasche und so lange der Zaun auf der rechten Seite war, war alles ok .
So wuselten wir uns doch nochmal mit ganz viel Sonnenschein durch die beeindruckende Landschaft. Casa hatte es mal wieder besonders eilig, wir wären auch fast pünktlich am Ziel angekommen.
Hier mal zwischendurch ein Video mit "Rundumblick":
http://www.myvideo.de/watch/8226301/Veluwe_Urlaub_Teil_III
So kamen wir dann um ca. 15.30 Uhr am Ausgang Schaarsbergen an, wo wir schon von Herrn B. erwartet wurden, der uns dann das letzte, reiterunfreundliche, Tor zum Durchreiten aufhielt. Die Pferde waren wohl gerade erst auf Betriebstemperatur und so in Fahrt, dass sie glatt am Anhänger vorbei liefen. Als wir sie auf ihren Fehler aufmerksam machten, waren sie aber doch ganz froh am Ziel angekommen zu sein .
Sie haben beide ihre Sache total toll gemacht, wirklich super brave Ponys .
Kein einziger Moment, in dem wir Angst um unsere Gesundheit haben mussten, sie haben uns fleißig, ohne zu murren, überall hingebracht. Egal ob lange oder kurze Strecken, ob Regen oder Sonne, vorbei an LKW's, über Autobahnen, unter Autobahnen, Autobahnen von oben, unten und der Seite gleichzeitig, durch Dörfer, Wälder, freies Feld, Radfahrer, Wanderer mit wehenden Ponchos, Hunde, Wildschweine, Rehe, Schafe, Kühe, Pferde,... alles kein Problem! Haben brav vor Supermärkten, Restaurants und Tankstellen gewartet und sich in den Gastboxen ordentlich benommen!
Was will man mehr?
Ich hatte vor diesem Ritt keine Ahnung, was da wirklich auf mich zu kam, da dies mein erster Wanderritt war und auch wenn mich öfter das Heimweh überkam (das geht mir leider immer so wenn ich länger als 3 Tage von zu Hause weg bin ) fand ich es tooootal schön und kann mich hier nur nochmal bei Simone bedanken, dass sie mir die Gelegenheit dazu gegeben hat und mir dieses tolle, bekloppte Pony zur Verfügung gestellt hat .
(Gerne! )
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